Geschichte der Trachtenkapelle Liesing
Die Trachtenkapelle Liesing wurde 1828 gegründet. Die Geschichte der Musikkapelle ist eng mit der Entwicklung des Lesachtales
verbunden. Jedes größere Ereignis im Ort wurde mit Musik feierlich umrahmt. Die Musikkapelle Liesing nennt Johann Mascher,
Oberringer Bauer, als ihren Gründer. 1828 trat Johann Mascher mit seiner jungen "Banda" an die Öffentlichkeit und leitete sie bis 1857,
als er 81jährig starb. Sein Nachfolger war Andreas Lexer, nebenbei auch Lehrer, Kirchenmessner und Organist. Andreas Lexer leitete
die Kapelle bis zum Jahre 1885, als er 82jährig starb. Im Jahre 1885 übernahm Johann Ortner vulgo Honas die Kapellmeisterstelle und
übte diese Tätigkeit bis zum Jahre 1894 aus. 1895 wurde die Kapellmeisterstelle von Stefan Lexer vulgo Müllner, dem Vater von
Ehrenkapellmeister Johann Lexer übergeben. Stefan Lexer führte die Kapelle bis zum Jahre 1925 und war nebenbei auch Organist in
Liesing.

1899 wirkte die Liesinger Musik bei der Huldigung des Kaisers Franz Josef in Oberdrauburg mit. In den Jahren 1923-1924 wirkte
Kapellmeister Joseff Lexer aus St. Lorenzen bei der Ausbildung von Musikern mit, wofür ihn die Liesinger Musik 1925 zum
Ehrenmitglied ernannte. 1923 erfolgte die Gründung des damaligen Musikvereines Lesachtal in Liesing und seither gibt es auch die
fortlaufenden Vereinsaufzeichnungen.

Im Jahre 1925 übernahm Johann Lexer, geb. 18.6.1904, selbst seit 1914 aktiver Musiker, nach Ausbildung beim damaligen
Landeskapellmeister Rudolf Kummerer in Feldkirchen, von seinem Vater Stefan Lexer die Kapellmeisterstelle und übte diese Stelle mit
viel Ausdauer, Idealismus und Können bis zum Jahre 1975 - also 50 Jahre ohne Unterbrechung - aus. Johann Lexer komponierte
zahlreiche Märsche, Walzer und Pokas sowie einige Stücke für Streichorchester. Ebenso Kirchenlieder und ein lateinisches Requiem.
Als bekannteste Schöpfung ist wohl das Marschlied "Hoch Lesachtal" bekannt. Hoch Lesachtal ist heute bereits eine Hymne in
Kärnten.

Johann Lexer war Geigenbauer und auch 40 Jahre lang Organist in Liesing. Am 19. August 1828 feierte die Liesinger Musikkapelle das
100jährige Bestandsjubiläum. 1931 wurde die Herbstmesse in Klagenfurt von der Liesinger Trachtenkapelle umrahmt. 1933 nahm die
Musikkapelle an der Türkenbefreiungsfeier in Wien teil. Am 5.9.1948 hat die Musikkapelle den Bundespräsidenten Dr. Karl Renner in
Oberdrauburg empfangen. Am 20.7.1952 hat die Liesinger Musik den Bundespräsidenten Dr. Theodor Körner bei seiner Fahrt durch
das Lesachtal in Liesing empfangen.

Die Glanzperiode der Liesinger Musik war wohl die Teilnahme an den vom Landesfremdenverkehrsamt Kärnten durchgeführten
Werbefahrten nach Deutschland, Belgien, Lusemburg und Holland in den Jahren 1954, 1955 und 1956. Am 25.9.1964 wirkte die
Trachtenkapelle Liesing bei der Live-Fernsehsendung im Klagenfurter Landhaushof unter dem Titel "Was gibt es Neues" mit Heinz
Conrade mit. 1971 folgte die Trachtenkapelle Liesing einer Einladung des Schützenvereines Hachenburg im Westerwald und übernahm
die musikalische Umrahmung des Schützenfestes. Am 22.6.1975 erfolgte die Einweihung der neuen Instrumente unb ei diesem Anlaß
übergab Kapellmeister Johann Lexer die Kapellmeisterstelle an seinen Sohn Gerhard Lexer. Am 26.8.1975 nimmt die Trachtenkapelle
Liesing an einem großangelegten österreichischen Pensionistentreffen im Wiener Praterstadion als Vertreter von Kärnten teil.

Am 14. 5.1977 führte die Liesinger Musik gemeinsam mit der Bundesmusikkapelle Jenbach/Tirol unter der Leitung von Helmut Lexer
im Saal der Jenbacher Werke ein gelungenes Gemeinschaftskonzert durch. Die Trachtenkapelle Liesing fuhr in Folge nicht nur zur
Christbaumeinweihung am Petersplatz mit Privataudienz bei Papst Johannes Paul II., sondern wirkte auch bei vielen TV-Sendungen
wie z.B. "Zwei in Österreich", "Klingendes Österreich", "Volksmusik aus Österreich" ..... mit.

Unter Kapellmeister Gerhard Lexer wurden auch drei Tonträger
"Hoch Lesachtal"
"Marschmusik aus dem Lesachtal"
"Ein Hoch der Marschmusik"
produziert.